SoRa - Datenverknüpfungsdienst

Aufbau der Sozial-Raumwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur SoRa:
FAIR, intelligent, integrativ (SoRa+)

Phase II: SoRa+ / Operationialisierung

Ausbau der Sozial-Raumwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur SoRa: FAIR, intelligent, integrativ (SoRa+)

Die interdisziplinäre Verknüpfung von Daten unterschiedlicher Quellen aus verschiedenen Wissensdisziplinen durch Linked (Forschungs)dateninfrastruktur-Diensten hat stark an Bedeutung gewonnen. Im Rahmen des Vorgängerprojekts “Sozial-Raumwissenschaftliche Forschungsdateninfrastruktur” (SoRa) wurde eine technische und organisatorische Infrastruktur entwickelt, welche die prototypische Verbindung (Linking) der Forschungsdateninfrastrukturen von GESIS, SOEP und dem Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) über interoperable und offene Schnittstellen gewährleistet. Projekt SoRa+ ist das Fortsetzungsprojekt, das die Infrastruktur für den dauerhaften operationellen Betrieb ausbauen und an Fallbeispielen die Funktionalität nachweisen soll.

Projektlaufzeit: 05/2023 bis 04/2026

Am SoRa+-Projekt sind folgende Projektpartner beteiligt:

GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Dr. Stefan Jünger, Dr. Benjamin Zapilko, Felix Bensmann

IÖR - Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Dr. Sujit Sikder, Dr. Gotthard Meinel, Theodor Rieche

SOEP - Sozio-oekonomisches Panel
Dr. Jan Goebel, Alexander Jung

Phase I: SoRa / Prototyping (Projekt ist abgeschlossen)

Die erste Projektphase Sozial-Raumwissenschaftliche Forschungsdateninfrastruktur (SoRa)

Die Zunahme von Umweltproblemen wie die Verstädterung mit einhergehender Zersiedelung und Bodenversiegelung, Biodiversitätsverlust, globale Erwärmung und Wassermangel stellt immer dringender die Frage nach einem besseren Verständnis der Wechselwirkungen menschlichen Handelns mit der Umwelt. Insbesondere in den Sozialwissenschaften hat sich unter der Subsummierung des Begriffs der Umweltgerechtigkeit ein weites Forschungsfeld aufgetan, das Aspekte der Gesundheit, des Wohlbefindens als auch Fragestellungen der allgemeinen, gesellschaftlichen Partizipation umfasst. Während diese Forschung in Ländern wie den USA schon sehr lange in Wechselwirkung zu Politik und Bürgerrechtsbewegungen diskutiert wird, ist das Thema als Gegenstand der Ungleichheitsforschung in Deutschland erst in den letzten Jahren stärker in Erscheinung getreten.

 

Die hierfür notwendige, jedoch bisher mangelnde Verknüpfung von sozialwissenschaftlichen Umfragedaten mit raumwissenschaftliche Daten hat mehrere Gründe:

  1. eine infrastrukturell geprägte Interdisziplinarität,
  2. der rechtliche Rahmen insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes und ferner
  3. methodische Herausforderungen in der Anwendung von Geoinformationssystemen bei der Nutzung und Analyse derartiger Daten insbesondere durch Sozialwissenschaftler.

Im Projekt Sozial-Raumwissenschaftliche Forschungsdateninfrastruktur (SoRa) sollen nun Lösungsansätze für diese drei Problemfelder erarbeitet werden. Ziel des Projektvorhabens ist es, raum- (IÖR-Monitor) und sozialwissenschaftliche (GESIS-Panel, SOEP) Forschungsdateninfrastrukturen aufzubauen und so zu erweitern, dass sie untereinander interoperabel sind und internationale Standards und Schnittstellen berücksichtigen. Innovative Analysewerkzeuge (KIT-aifb:Web Science), sogenannte Cognitive Apps, werden dabei die flexiblen Untersuchungen von Forschungsdaten aller Infrastrukturen ermöglichen. Dahinter steht die Hypothese, dass die interdisziplinäre Forschung durch die Herstellung der Interoperabilität von Forschungsinfrastrukturen unterstützt wird, da erst so die gemeinsame Analyse von Forschungsdaten unterschiedlicher Domänen möglich wird. Im Projekt soll dies konkret am Beispiel von Forschungsfragestellungen zum Thema Umweltgerechtigkeit untersucht werden.

Die im Projekt verknüpften Forschungsdaten sollen bei vollständiger Umsetzung von Datenschutzanforderungen nachhaltig nutzbar gemacht und die aufgebauten und optimierten Infrastrukturen nachhaltig verfügbar gemacht werden. Zudem soll die flexible, modulare und offene technische Architektur „by design“ übertragbar auf weitere Forschungsdateninfrastrukturen und Forschungsfragestellungen sein. Die Nützlichkeit und die Übertragbarkeit der entwickelten Infrastruktur sollen im Rahmen des Projekts anhand von ersten Nutzertests sichergestellt werden.

Projektlaufzeit: 12/2016 bis 10/2020

Am SoRa-Projekt waren folgende Projektpartner beteiligt:

GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Dr. Stefan Jünger, Dr. Benjamin Zapilko

IÖR - Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Loren Mucha, Dr. Sujit Sikder, Dr. Gotthard Meinel

KIT - Karlsruher Institut für Technologie
Lars Heling, Dr. Maribel Acosta, Prof. Dr. York Sure-Vetter

Förderung

Das Projekt wurde mit einer Laufzeit von 36 Monaten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.